Archive for August 2016

2. Hesselberg Community Trail

20. August 2016

Wie schon angekündigt findet am Sonntag den 4. September der zweite Hesselberg Community Trail statt. 

Wir starten um 10 Uhr am Sportplatz in Ehingen und laufen über großteils Trails zum Gipfelkreuz des Hesselberg über 21,5 km und knapp 1000 HM. 

Nähere Infos zur Teilnahme gibt’s hier https://funrunner.wordpress.com/2016/07/03/2-hesselberg-communtiy-trail/

Und die Strecke mit Möglichkeit zum GPX-Track Download ist hier http://www.gpsies.com/map.do;jsessionid=128CDB45415C1908141266FA0B514451.fe3?fileId=ipkkaqxxcosaphcn

Bei Fragen einfach melden oder kurz Kommentieren ob ihr dabei seid.

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Alpen X100 ein geiles Event mit einer Hammer Vorlaufstrecke von mir

9. August 2016

Erstmals fand heuer der Alpen X100 statt, ein Nonstop Lauf über 160 km von Seefeld in Tirol bis nach Brixen.

Zusätzlich gab es noch einen 100 km Lauf mit Start in Steinach am Brenner und einen 70 km Lauf mit Start in Gossensaß.

Ich wurde  dieses Mal eingeteilt die Strecke von Obernberg am Brenner bis hoch zum Penser Joch als Vorläufer abzulaufen.

Nach dem CheckIn in Steinach im Jufa Hotel und einem kleinen Abendessen versuchte ich noch etwas zu schlafen, was allerdings nicht hinhauen sollte, da ich um 1:30 zu meinem Startort fahren musste um dort in Obernberg um Zwei Uhr zu starten.

Glücklicherweise hatte es aufgehört zu regnen, doch ich entschied mich trotzdem die „One Goretex Jacke“ anzuziehen, da der Wind extrem unangenehm kalt aus Norden blies.

Da meine Strecke lt. Plan 44 km sein sollte und die erste Hälfte im dunkeln sein wird, war mein Rucksack dieses Mal um einiges schwerer als bei den Vorlaufetappen bei ZUT, 4Trails oder TAR. 

Zwei Liter Getränke, 4 Spraydosen, Markierungsbänder, eine Ersatzlampe, eine kleine Taschenlampe, Taschenmesser, Handy, GPS, etliche Riegel und Gels, Lange Hose und langes Shirt, Wechselkleidung fürs Penser Joch und das erste Hilfe Packerl summierten sich auf fast sieben Kilo.

Das war allerdings auch notwendig, da um diese Zeit halt noch kleine Verpflegungsstationen aufgebaut sind.

Los gings dann also bei der geplanten V7 im Obernberger Tal auf 1439m von wo es dann hoch zum Sandjöchl auf 2165m über knapp 5,5 km ging. 

Anfangs hatte ich mit der Stirnlampe noch echt Probleme die Markierungen zu sehn, bis ich mich an das Licht gewöhnt hatte, und verlief mich auch dreimal aber dank des GPS Tracks fand ich mich doch immer wieder schnell auf der richtigen Route. Man muss natürlich wenn mal zwei Minuten keine Markierung kommt auch drauf schauen wo man ist, denn dann sollte schon mal wieder was zu sehen sein oder man ist falsch.

Als ich mich dann an das Licht gewöhnt hatte, lief es dann auch reibungslos und ich habe mich auf den restlichen 42 km auch nicht mehr verlaufen.

Immer wieder musste ich, was ja unser Job ist, zusätzliche Markierungen anbringen, um den Läufern vor allem Nachts, ich nenn es immer Kopfmarkierungen, den Weg zu weisen und ihnen zu bestätigen, das sie richtig sind.

Schon auf dem ersten Anstieg im freien Gelände war der Wind extrem unangenehm und ich kühlte im Lendenbereich richtig aus, da der Rucksack die Jacke dort immer wieder hochschob und ich nur einen dünne Laufhose anhatte, was sich als noch fatal herauskristallisieren sollte.

Oben am Sandjöchl ging es dann auf einem flowigen, auch nachts gut zu laufenden, Singletrails hinab nach Gossensaß über  8km und 1100 HM. Und da passierte es dann. Mitten drin im Downhill als ich wieder mal eine Markierung am Boden aufsprühte schoss es mir plötzlich ins Kreuz und ich hatte solche Schmerzen, das ich schon and aufgeben dachte. Doch das würde ein Riesenproblem aufwerfen. Wer soll dann die restlichen 37 Km vorlaufen? Wir waren ja alle verplant.

Also Zähne zusammen beißen und Schrittlänge anpassen (30-40cm bergab) und ganz flach laufen.

So kam ich dann um 4:30 Uhr ins Gossensaß am Start des 100er mit einem Vorsprung auf die Startzeit von zweieinhalb Stunden an und verpflegte mich erstmal ausgiebig aus dem Rucksack.

Dann ging es erst auf einem schönen Waldtrail, dann über Schotterwegen und zum Schluss durch einen zugewachsenen nassen Singletrail hoch zum Rosskopf über 8km und 800HM. Dieser Weg war allerdings so nass durch die kniehohen Pflanzen, das die Speedcross GTX zwar trocken hielten, aber das Wasser von oben hinein lief. Trotzdem war dies für diese Bedingungen absolut die richtige Schuhwahl.

Oben an der Bergstation konnte ich dann meine Stirnlampe endlich ablegen, nahm dann die ersten Salztabletten und speiste nochmals ausgiebig, bevor es an den 9km langen Downhill über 900 HM nach Ratschings ging.

Nachdem ich bergauf relativ wenig von meinem Kreuz spürte, war dies jetzt bergab wieder richtig heftig und ich kommentierte jedes Loch in das ich trat und jede größere Stufe mit einem Schmerzensschrei.

Jetzt ging es erstmal flach über Asphalt und ich konnte mal Zeit gut machen, da ich jetzt fast einen 5er Schnitt lief, bevor es dann auf den extrem langen Schlussanstieg über 11 km und fast 1400 HM zum Gospeneider Joch ging.

Die erste Hälfte ging noch über Asphalt, allerdings eine so depperte Steigung, die zu steil zum laufen und zu flach zum gehen war und so wurde es einfach nur unrhythmisch was richtig Kraft kostete. Dann ging es in einen extrem steilen Schotterweg über und zum Schluss in fast drei Kilometer wegloses Gelände, wo ich richtig am markieren war und extrem viel Zeit und Kraft verlor. hier benötigte ich teilweise fast 23 Minuten für einen Kilometer.

Als ich dann oben am Joch ankam, dachte ich, ich hätte es gleich geschafft, da ich die Penserjochstrasse schon sah, aber ein Blick auf den Streckenplan lies mich fast verzweifeln. Immer noch drei wellige Kilometer im kalten kräftigen Wind gaben mir jetzt den Rest und ich war stehend K.O.

Glücklicherweise traf ich einen Kilometer vor meinem Ziel meinen Streckenteam Kollegen Flo, der heute privat da war um Gebse zu unterstützen und das hat mich so gefreut, das nach einem kleinen „Gedankenaustausch“ plötzlich wieder alle Kraft da war und ich mich auf den letzten Kilometer hoch zum Penser Joch machte.

Dummerweise wurde ich bei der Überquerung der Straße zum Joch von den drei führenden des 70km Laufs überholt und ich schrie ihnen nur noch hinterher sie sollen einfach den Trail entlang zur Hütte laufen, ich müsse erst noch nachmarkieren.

Oben warteten dann die beiden Streckenchefs Christoph und Wolfi und führten mich erstmal in die Hütte zum aufwärmen, wo der heiße Tee mir den jetzt auftretenden Schüttelfrost wegen der Kälte wieder austrieb.

Abends fiel ich dann wie tot ins Bett und schlief über zwölf Stunden durch, nachdem ich 38 Stunden am Stück wach war.

Sonntags übernahm ich dann den Rücktransport der Schlussläufer von der V12 ins Hotel.

Da mir die Warterei an der Verpflegung irgendwann langweilig wurde und mein Kreuz auch wieder einigermaßen war, entschloss ich mich den drei Schlussläufern entgegen zuwandern und nach 1:20h und fast 1000 HM traf ich dann Phillip Harrer, den ersten der drei an der Schalderer Scharte und lief mit ihm dann wieder zurück.

Da Matthias und Michi noch länger unterwegs waren, ging ich bis zu den Wadln in den Wildbach, der sich hier ins Tal stürzte um meine Füße abzukühlen und dann passierte es beim abtrocknen. Der Schmerz schoss mir dieses Mal noch heftiger ins Kreuz und ich konnte mich fast nicht mehr bewegen, was erst heute am Dienstag nach einer Spritze etwas besser wurde.

So wurde der Ausklang am Abend bei Pizza und Bier leider etwas getrübt, was dem ganzen aber nur einen kleinen Schleier verpasst, denn das hat richtig Spaß gemacht, auch wenn ich körperlich zwischendurch an meinen Grenzen war.

Mit 8:30 Stunden, die ich auf den fast 46 km und 3150 HM unterwegs war, war das auch der längste Lauf meines Lebens (selbst bei den 100km von Biel war ich 19 Minuten schneller).

Und wenn das nächstes Jahr wiederholt wird, bin ich auf jeden Fall wieder dabei, auch wenn es extrem anstrengend ist.